Usability

Für die Suchmaschinenoptimierung ist es unerlässlich, zu verstehen, worum es bei dem Begriff Usability geht. Begriffe, die die Usabiliy unwillkürlich begleiten sind User Experience und Accessibility. Letztlich ist das Ziel jedes Webauftritts in allen drei genannten Bereichen möglichst gut zu sein. Deshalb gehe ich im Folgenden auf die drei Begriffe ein:

Usability

Usability, zu Deutsch „Gebrauchstauglichkeit“ und im ursprünglichen Sinne „Benutzerfreundlichkeit“ (vgl. Sarodnick u. Brau 2011), wird seit 1997 nach der internationalen Normenreihe – DIN EN ISO 9241 – „als das Ausmaß defi niert, in dem ein technisches System durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext verwendet werden kann, um bestimmte Ziele e ffektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen“ (Sarodnick u. Brau 2011: 20). Usability Testing in progress. Do not disturb sign on door

Usability ist kein eindimensionales Merkmal einer Benutzeroberfläche, sondern es handelt sich um mehrere Komponenten, die logisch mit fünf Eigenschaften verbunden sind. Nach Nielsen (1993) sind das: „Learnability„, „Effciency„, „Memorability„, „Errors“ und „Satisfaction„.

„Learnability“ formuliert Anforderungen an die Erlernbarkeit des Systems. Gewünscht ist, dass der Nutzer schnell, einfach und selbsterklärend mit dem System interagieren kann. Mit „Efficiency“ ist die Anforderung an eine wirksame und effiziente Nutzung von Web-Applikationen beschrieben.
„Memorability“ bedeutet, dass die Einpragsamkeit eines Systems gewahrleistet sein muss. Der
Nutzer soll das System auch nach langerer Nichtnutzung beherrschen, ohne es neu erlernen zu müssen. Außerdem sollten wenig Fehler im System auftreten, was die Eigenschaft „Errors“ beinhaltet. Mit „Satisfaction“ ist ein befriedigendes Nutzererlebnis gemeint. Der Nutzer sollte ein zufriedenstellendes Gefühl bei der Verwendung des Systems haben (vgl. Nielsen 1993), seine Aufgaben schnell und leicht erledigen können und bei der Interaktion möglichst wenig Fehler machen (vgl. Friedman 2009).

Die Benutzerfreundlichkeit ist gegeben, wenn eine „intuitive und verständliche Kommunikation zwischen dem Nutzer und dem Webauftritt statt findet“ (Friedman 2009: 425). Gewährleistet wird dies durch die Festschreibung von Rahmenbedingungen, den sogenannten Usability-Heuristiken. „Darunter versteht man Gewohnheiten der Nutzer und Merkmale der Seiten, welche sich über mehrere Jahre im Web etabliert haben“ (Friedman 2009: 433). Dazu gehört die sinnvolle Platzierung von Navigationselementen, die logische Gestaltung der Inhalte und ein intuitives Design.

„Bei der Beschäftigung mit Usability steht also der Benutzer im Mittelpunkt“ (Düweke u. Rabsch 2011: 522).

Nur wenn ein positives Surferlebnis entsteht und Websites klar verständlich bedienbar sind, wird eine gute Website-Usability erreicht, und der Webauftritt kann zu einem Erfolg werden (vgl. Düweke u. Rabsch 2011).

User Experience

Die Usability muss von der User Experience (UX), dem Nutzererlebnis, abgegrenzt werden. Zwar sind beide Begriff e miteinander verbunden, aber die Usability wird als ein Teilaspekt innerhalb der User Experience angesehen.

„Während Usability die Benutzbarkeit in einer Situation anspricht, meint die User Experience ein Nutzererlebnis, das sowohl gut als auch schlecht sein und sich auf Bereiche vor und nach der Nutzung beziehen kann“ (Düweke u. Rabsch 2011: 523).

Accessibility

Accessibility, zu Deutsch Barrierefreiheit, bedeutet, dass alle Nutzer einen barrierefreien
Zugang zu den Seiteninhalten (Web-Applikationen) erhalten.

„Die Aufgabe des barrierefreien Webdesigns besteht dabei darin, die Seiteninhalte der Nutzer in einer Form anzubieten, dass diese für jeden, unabhangig von Behinderungen jedweder Art (…) verfugbar sind“ (Friedman 2008: 468).

Zu den Einschränkungen gehören beispielsweise blinde oder sehbehinderte Nutzer, aber auch Nutzer mit Konzentrationsschwierigkeiten. Möglichkeiten, eine barrierefreie Nutzung von Web-Services und Websites zu gewährleisten, sind z.B. die visuelle und/oder akustische Ausgabe des Seiteninhalts. Dies geschieht meist durch die Integration einer Lupe oder von Audiodateien (vgl. Düweke u. Rabsch 2011).

Quellenangaben zum Thema Usability

  • Friedman, V. (2008): Praxisbuch Web 2.0. Moderne Webseiten programmieren und gestalten. 1. Aufl., (Galileo Press) Bonn.
  • Friedman, V. (2009): Praxisbuch Web 2.0. Moderne Webseiten programmieren und gestalten. 2., aktualisierte und erweiterte Aufl., (Galileo Press) Bonn.
  • Nielsen, J. (1994): Usability Engineering. (Academic Press Inc.) San Francisco.
  • Sarodnick, F. u. H. Brau (2011): Methoden der Usability Evaluation. Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Anwendung. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl., (Verlag Hans Huber) Bern.
  • Düweke, E. u. S. Rabsch (2011): ErfolgreicheWebsites. SEO, SEM, Online-Marketing, Usability. (Galileo Press) Bonn.

Bildmaterial
@ Aaron Fulkerson (Flickr)